Pilotklassen des Handwerkergymnasiums verabschiedet

Erfolgreiches Modellprojekt stößt deutschlandweit auf Interesse

 
Die Pilotklassen des Handwerkergymnasiums sind verabschiedet worden. Im Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer Erfurt erhielten sie am 24. Juni ihre Zertifikate, die ihnen die Teilnahme an den Schulungen zu Teil III und Teil IV der Meisterprüfung bescheinigen. Am kommenden Samstag werden den insgesamt 43 Schülerinnen und Schülern aus dem Raum Gotha, Erfurt und Weimar ihre Abiturzeugnisse überreicht.  
 
Sie sind die ersten Absolventen des Handwerkergymnasiums an der Walter-GropiusSchule Erfurt. In drei Jahren am Beruflichen Gymnasium haben sie sich in die Fachrichtungen Bautechnik, Gestaltungstechnik oder Metalltechnik eingewählt und zwei Praktika in Handwerksbetrieben absolviert. Darüber hinaus haben sie ? zusätzlich zu den regulären Lerninhalten des Abiturs ? über 250 Stunden Betriebswirtschafslehre und mehr als 110 Stunden Pädagogik abgeleistet, also zwei wichtige Module der Meisterausbildung. Diese enge Verzahnung der Theorie und Praxis des Handwerks bringt ihnen im Berufsleben wesentliche Vorteile. «Die Startposition in das berufliche Leben ist dank des Handwerkergymnasiums ideal. Die Schüler können zügig ins Handwerk ein- und aufsteigen, ohne die Option auf ein Studium zu verlieren», betonte Stefan Lobenstein, Präsident der Handwerkskammer Erfurt.  
 
Das Modellprojekt wurde von der Handwerkskammer Erfurt und dem Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport ins Leben gerufen. 2016 ist es in Kooperation mit der Walter-Gropius-Schule Erfurt, 2017 in Zusammenarbeit mit der Andreas-Gordon-Schule Erfurt gestartet.
 
Mit dem Handwerkergymnasium reagiert die Handwerkskammer Erfurt auf den Mangel an Fachkräften, der im Handwerk deutlich zu spüren ist. «Es wird immer schwieriger, junge Menschen für eine Karriere im Handwerk zu begeistern und zu gewinnen. Das liegt nicht nur am demographischen Wandel, sondern auch am Akademisierungstrend. Dabei brauchen wir mehr Meister statt Master», betonte Stefan Lobenstein.
 
Zudem wird das Modellprojekt zum Exportschlager. Im Schuljahr 2017/18 hat es die Handwerkskammer Cottbus an einigen Oberstufenzentren eingeführt. Dort trägt es den Namen «Berufliches Gymnasium plus Handwerk». Schon in naher Zukunft könnte es auch in anderen Regionen des Freistaats und Nachbarbundesländern realisiert werden.

Herzlichen Glückwunsch an alle Absolventinnen und Absolventen!

Erstellt: 26.06.2019