Weihnachten ist eine Errungenschaft der Menschwerdung

Liebe Schülerinnen und Schüler, sehr geehrte Lehrerinnen, Lehrer und schulische Mitarbeiter,

nachdenklich blicken wir auf die letzten Tage zurück. Der Anschlag von Berlin hat uns erschüttert. Wir trauern mit den Angehörigen der Opfer. Wie kann es sein, dass in der Vorweihnachtszeit an der so geschichtsträchtigen Stelle der Gedächtniskirche das Gegenteil von dem passiert, was wir uns Menschen wünschen -  Frieden auf Erden? Diese Frage beschäftigt uns sehr. Der Wunsch nach einer friedvollen Zeit entsprang nicht nur den Erfahrungen des letzten großen Massensterbens des letzten Jahrhunderts, sondern ist seit jeher die christliche Botschaft und  Hoffnung als Antwort auf Gewalt. Der zunehmende Terrorismus in der Welt wird uns Tag für Tag in die Fernsehstuben gesendet. Wir sind betroffen und hoffen innerlich, dass er unser Land nicht erreicht, denn wir helfen ja Menschen in Not und auf der Flucht und das auch noch gegen den Ruf nach Abschottung und Schuldzuweisung. Dennoch ist der Terrorismus in Deutschland angekommen und macht uns Angst. Es reicht heute schon, mit wenig logistischem Aufwand schlimmes Leid zu verursachen - ein LKW als Waffe gegen friedliche, unschuldige Menschen. Die Medien berichten fast in Echtzeit über solche Ereignisse. Es werden sich hitzige Debatten entzünden, wie man in Deutschland Terrorismus bekämpfen soll und «sachverständige» Politiker und «Wutbürger» stehen schon in den Startlöchern und warten auf ihre Stunde. Wichtig ist jetzt eine sachliche Aufklärung und weitsichtiges Handeln.

Wir hoffen, dass die Regierenden ihrerseits der Sicherheit ihrer Bürger Aufmerksamkeit schenkt. Aber verfallen wir nicht dem Irrglauben, dass in einer offenen Gesellschaft einfache Antworten die Lösungen bringen.

Also lassen wir uns nicht anstecken von Ausgrenzung und Hass, lassen wir uns unsere demokratische Kultur nicht nehmen. Das wollen ja die Terroristen. Wir leben weiter so und sollten aufeinander aufpassen und nicht vorschnell urteilen. Die Angst darf uns nicht steuern. Stehen wir in der Gesellschaft zusammen und kämpfen gemeinsam für ein friedliches Miteinander. Weihnachten ist eine menschliche Errungenschaft.

Wir wünschen Ihnen, trotz der aktuellen Ereignisse, ein besinnliches Weihnachtsfest und ein friedvolles Jahr 2017.

Ihre Schulleitung

 

Erstellt: 22.12.2016